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Essen aus dem Drucker?

Neben 3D-Druckern sind Foodprinter fraglos die zweite Technologie, die unseren Alltag erheblich verändern könnte. Doch wie lange dauert es noch, bis sie tatsächlich abwechslungsreiches Essen drucken können und was ist bereits jetzt möglich?

Momentan gibt es bei Foodprintern vor allem zwei Probleme: Zum einen ist die Geschwindigkeit gering und zum anderen ist der Druck derzeit noch sehr ungenau. Diese Probleme besitzen derzeit auch die meisten 3D-Drucker für Privatanwender.

Nichtsdestotrotz will Kjeld van Bommel von der TNO die Technologie bereits 2015 für Pflegeheime verfügbar machen. Bis dahin soll es möglich sein, pro Minute ein Gericht zu erzeugen, das sich vor allem für Menschen eignet, die Probleme beim Schlucken und Kauen haben. Sein Projekt wird sogar bis Ende 2014 von der EU finanziell unterstützt.

Derzeit gibt es drei verschiedene Ansätze, die Foodprinting bald massentauglich machen sollen. Der erste Ansatz ähnelt dem additiven 3D-Druck der Industrie. Hierbei werden verschieden Materialien Schicht für Schicht aufgetragen und so ein PC-Modell umgesetzt. Die zweite Methode ist das Extruder-Verfahren. Auch hier entsteht das Produkt schichtweise, allerdings werden die Ausgangsmaterialien durch Düsen gepresst. Das Selective Laser Sintering ist hingegen das Verfahren der Drei, das am wenigsten attraktiv wirkt. Hierbei wird Lebensmittelpulver mithilfe eines Lasers zusammengeschmolzen, bis die erwünschte Struktur entsteht.

Die Extruder-Methode gilt jedoch derzeit als die vielversprechendste und wird schon von verschiedenen Pionieren angewendet. Wer dazugehören will, kann sich unter BotBQ über passende Open Hardware dafür informieren.

Derzeit wird das Verfahren jedoch hauptsächlich für ästhetische Zwecke angewendet. So können Google-Mitarbeiter in Mountain View schon seit 2012 mit 3D-Technologie gedruckte Nudeln in der Cafeteria genießen. Auch Anbieter für Zuckerdekorationen gibt es bereits, allerdings sind die Kosten aufgrund des hohen Zeitaufwandes erheblich.

Interessanter ist die Technologie ohnehin für den Gesundheitsbereich. Personalisiertes Essen könnte in der Zukunft den Umgang mit Lebensmittelunverträglichkeiten oder Diabetes erleichtern. Das MIT forscht sogar daran, wie der Garprozess in den Druckvorgang integriert werden kann. Die Arbeitsersparung beim Kochen wäre so ganz erheblich.