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Facebook-Nutzer immer unzufriedener

Die verbesserten Werbeeinnahmen des Social Networks freuen zwar die Anleger, sorgen bei den Usern aber für Unmut. Facebook hat einen Weg gefunden, an mobilen Nutzern zu verdienen und konnte in seinem letzten Quartalsbericht einen Gewinn von über 330 Millionen Dollar und eine Umsatzsteigerung von 50 gegenüber dem Vorjahr ausweisen. Die Aktie konnte sich erheblich steigern und befindet sich jetzt sogar wieder in den Bereich des Ausgabepreises. Auf wirtschaftlicher Seite scheint also alles in Ordnung sein, was auch Zuckerbergs verstärktes Engagement Werbekunden zu finden und zu binden zu verdanken ist. Der wirtschaftliche Erfolg geht jedoch zulasten der User: Rund fünf Prozent aller Einträge sind Werbeanzeigen, teilweise sind acht Inserate gleichzeitig im Blickfeld der Nutzer. Verständlich, dass rund ein Viertel der User damit unzufrieden ist. Dass dies sogar zum Untergang des Social Networks führen könnte, hat sich schon in der Vergangenheit gezeigt. So wurde die schließlich werbebepackte Suchmaschine Altavista letztlich vom werbefreieren Google abgelöst. Dass auch Social Networks vor so einer Entwicklung nicht geschützt sind, zeigt der Untergang der VZ-Seiten.

Dass Werbepartner Zuckerberg wichtiger sind als User-Beschwerden deutet sich bei frauenverachtenden Anzeigen an, die erst entfernt wurden, als Werbepartner damit drohten, sich von Facebook zurückzuziehen. Dass sich vorher zahlreiche User beschwerten, wurde mehr oder weniger ignoriert. Zuckerberg plant sogar, die Anzeigen in Zukunft sogar um kurze Werbefilme zu ergänzen. Immerhin könnte Facebook damit die Werbeeinnahmen erheblich steigern. Dass sich Facebook doch um die Nutzerfreundlichkeit sorgt, wird jedoch am bereits zweifach verschobenen Start deutlich. Twitter-Mitgründer Biz Stone hat dem Konkurrenzunternehmen einen möglichen Lösungsvorschlag unterbreitet. Er empfiehlt, mit Facebook Premium eine kostenpflichtige aber werbefreie Version des Social Networks einzuführen. Wären nur zehn Prozent der User bereit, dafür monatlich zehn Dollar zu zahlen, würde Facebook mehr verdienen, als mit der Werbung insgesamt. Wenn Facebook seine Strategie fortsetzt und tatsächlich Werbefilme einführt, wird es durchaus wahrscheinlich, dass eine entsprechende Anzahl an Nutzer dieses Angebot nutzen würde.