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Illegale Online-Glücksspiele werden von der EU nicht gesperrt

Nachdem der Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments im Juli gefordert hatte, illegale Online-Glücksspiele zu sperren, hat sich das EU-Parlament nun dagegen entschieden. Der Entwurf des britischen Rechtskonservativen Ashley Fox sah vor, dass die Mitgliedsstaaten illegale Angebote blockieren. Um dies zu erleichtern, sah der Vorschlag ebenfalls vor, weiße und schwarze Listen einzuführen, über die sich die EU-Mitgliedsstaaten austauschen. Über diesen Punkt ist sich das Parlament ebenfalls einig: In Zukunft wird ein Katalog geführt, der sowohl unseriöse als auch empfehlenswerte Anbieter beinhaltet.

Dass sich die EU dagegen entschieden hat, illegale Glücksspielanbieter zu sperren, ist einem Änderungsantrag der Liberalen zu verdanken. Auch die Bürgerrechtsorganisation "European Digital Rights" (EDRi) hatten den Entwurf zuvor stark kritisiert. Online-Sperren seien nicht nur kostspielig und ineffizient, sondern auch zu schwierig umzusetzen. Andere Kritiker bemängelten, dass eine Sperre das Problem nicht aus der Welt schaffe, sondern nur totschweige. Grundsätzlich ist es zweifelhaft, ob Blockaden in irgendeiner Form als positiv zu werten sind, da sie letztlich immer eine Zensur und somit eine Beschneidung der Kommunikationsfreiheit sind.

Dies bedeutet jedoch auch, dass Nutzer weiterhin aufmerksam sein müssen, um nicht bei unseriösen Glücksspielanbietern in die Falle zu tappen. Wer sich unsicher ist, welche Online-Casinos empfehlenswert sind, kann verschiedene Portale im Internet aufsuchen, um sich dort über die verschiedenen Anbieter zu informieren. Ohnehin ist das Internet die beste Quelle, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Zahlreiche Kundenbewertungen und Nutzermeinungen in Foren und auf Portalen können vor Fehlgriffen schützen.

Problematisch kann es vor allem dann werden, wenn Anbieter, die vom deutschen Gesetz nicht anerkannt werden, Gewinne nicht auszahlen. Spieler, die in solchen Casinos unterwegs sind, machen sich eigentlich nach § 285 des Strafgesetzbuchs strafbar. Der Staat hat jedoch kein Interesse daran, Millionen Spieler zu verfolgen und zu bestrafen, sodass diese nicht mit einer Strafverfolgung rechnen müssen. Allerdings hilft er Spielern, die ihr Geld nicht ausgezahlt bekommen haben, natürlich auch nicht dabei, ihre Ansprüche durchzusetzen.

Um sicher online zu spielen, sollten EU-Bürger deswegen am Besten solche Anbieter auswählen, die innerhalb der EU sitzen und lizensiert sind. Online-Casinos aus der Karibik müssen zwar nicht zwangsläufig unseriös sein, die großen europäischen Anbieter gelten jedoch als wesentlich zuverlässiger.

Nutzern von illegalen Seiten droht außerdem derzeit, kein Geld mehr mit ihrem Glücksspielanbieter transferieren zu können. Das sogenannte Payment-Blocking ist bereits seit Juli erlaubt und soll zukünftig stärker durchgesetzt werden. Die Mitgliedsstaaten dürfen also Banken und Kreditkarten-Anbieter anweisen, keine Geldtransfers zu Online-Anbietern zuzulassen, die keine Lizenz besitzen.