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Leap Motion Controller – Zukunftstechnologie mit Kinderkrankheiten

Was Computernutzer bis jetzt nur aus Filmen, Serien und in Ansätzen von der Kinect-Technologie der Xbox kennen, soll schon bald Alltag werden: Den Computer möglichst unabhängig von der Maus mit der Hand zu bedienen. Ein feuerzeuggroßes Kästchen registriert die Bewegungen von Hand und Fingern und setzt sie auf dem Bildschirm um. Der Controller ist seit diesem Monat im Handel für knapp 80 Dollar zu beziehen, ermöglicht bis jetzt jedoch leider eher Einblicke in das, was möglich sein kann. Das Problem ist dabei allerdings nicht die Hard-, sondern die Software, die derzeit noch nicht in der Lage zu sein scheint, die Möglichkeiten zu nutzen.

Die Einführung wirkt vielversprechend: Die Hand wird auf dem Bildschirm nachgezeichnet und der Nutzer bekommt einen Einblick, wie sie auf den PC übertragen wird. Dabei erkennt der Leap Motion Controller sogar Fingergelenke und die Übertragung der Bewegungen geschieht in Echtzeit. Testet der Nutzer jedoch die fast 80 teilweise kostenpflichtige Apps, kommt schnell Ernüchterung auf: Die Steuerung erweist sich dann als nahezu unbrauchbar und sorgt eher für Frust. Scrollen, Klicken und der Programmwechsel funktionieren nicht oder nur mit sehr viel Übung. Das Problem ist, dass die meisten klickbaren Flächen zu nah aneinander liegen und so den Nutzer vor fast unüberwindbaren Hürden stellen. Die Software ist also in der Regel noch nicht ausgreift und durchdacht genug, um die Technologie sinnvoll umzusetzen.

Allerdings gibt es hiervon auch Ausnahmen, wie beispielsweise die App der New York Times und verschiedene kleinere Spielereien wie das virtuelle Harfespielen bei AirHarp. Allerdings hat die Technologie einen weiteren Nachteil. Um die Handbewegungen ohne Verzögerungen umzusetzen, wird ein sehr leistungsstarkes System benötigt. Vor allem der Arbeitsspeicher wird sehr gefordert. Aufgrund dessen und den größtenteils unausgereiften Apps, bei denen eine höhere Fehlertoleranz die Frustration vermindern könnte, sorgen dafür, dass der Leap Motion Controller die Erwartungen derzeit noch nicht erfüllen kann.