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Open-Source-Verschlüsselung per Mausklick

Mit den Enthüllungen von Edward Snowden fürchten immer mehr Nutzer um ihre Daten. Ihnen bleiben genau zwei Möglichkeiten, ihre Sicherheit zu erhöhen: Zum einen ist es möglich, Social Networks wie Facebook zu meiden, was allerdings bedeutende Einschnitte in der Kommunikation mit sich bringen würde. Die einzige Alternative ist die Verschlüsselung der eigenen Daten. Hier ist das Problem, dass dies für den normalen Verbraucher sehr kompliziert und deswegen unattraktiv ist.

Vier Studenten aus Potsdam und Stanford haben sich zusammengetan, um dies zu ändern. Mithilfe von Crowdfunding versuchen sie, Kryptografie für jeden per Mausklick zu ermöglichen. Derzeit ist das kleine Programm, das auf den Namen „BlockPRISM“ hört, nur für Chrome und Facebook nutzbar. In Zukunft sollen Firefox, Opera und Safari und weitere Webseiten hinzukommen. Auch Nutzer von Smartphones, die Android nutzen, oder iPhones sollen in Zukunft ihre Daten schnell und einfach verschlüsseln können. Das Programm soll als Open-Source transparent bleiben. Wie viele Open-Source-Software stehen die Entwickler jedoch vor dem Problem der Finanzierung. Um alles realisieren zu können, was sie sich vorgenommen haben, versuchen sie die notwendigen Mittel über Crowdfunding aufzutreiben. Derzeit läuft die Finanzierung allerdings eher schleppend. Wer das Projekt unterstützen möchte, hat noch bis zum 08.08.2013 Zeit, dies hier zu tun. Für Unterstützer winken namentliche Erwähnungen, T-Shirts oder sogar die Möglichkeit, die App für die Wunsch-Seite nutzen zu können.

Über den Sinn und Unsinn einer Verschlüsselung der Daten zu Facebook lässt sich sicherlich streiten, auch wenn das Programm später wesentlich mehr leisten soll. Eine sinnvolle Alternative scheint der heml.is-Messenger zu sein, der auch als „Post-PRISM-What’s App“ bezeichnet wird. Das Problem ist hier jedoch ähnlich wie beim Sozialen Netzwerk Diaspora: Das Sicherheitsbewusstsein beschränkt sich bei den meisten Menschen auf Empörungs-Pinnwand-Einträge bei Facebook. Kaum ein Nutzer geht so weit, die Mitgliedschaft zu kündigen und auf sicherere Dienste auszuweichen, was auch am sozialen Druck liegt.