Sie sind hier

Startseite

Warum die De-Mail unsinnig ist

Kunden von GMX, web.de, Freenet und Telekom dürften inzwischen von der ständigen Aufforderung nach einer Umstellung ihrer Email-Konten genervt sein – wenn sie es nicht bereits getan haben. Sich nicht umzustellen scheint vielen auch sinnvoll zu sein. Folgende Kritikpunkte gibt es bei dem Konzept:

1. Es fehlt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Eine Verschlüsselung, die nicht von Ende zu Ende geschieht, ist mehr oder weniger nutzlos. Die Provider entschlüsseln die Nachrichten zwischenzeitlich, um zu überprüfen, ob es sich um Spam oder Malware handelt, und schicken sie dann verschlüsselt weiter. Auf diese Weise hat jeder, der Zugriff zu den Servern hat, auch Zugriff auf die Emails. Das können Hacker, die Polizei oder die NSA sein. Wirklich sicher ist der Dienst also nicht.

 

2. Der Dienst ist anonym nicht nutzbar

Um die De-Mail nutzen zu können, müssen Kunden sich ausweisen. Anonym ist ein De-Mail-Account nicht erstellbar. Dank der fehlenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist dies ein zusätzliches Risiko.

 

3. Die Kosten sind zu hoch

Eine normale Mail kostet bei den meisten Anbietern knapp 40 Cent, eine Lesebestätigung weitere 70 Cent.

 

4. Emails gelten als zugegangen, auch wenn der Empfänger sie nicht gelesen hat

De-Mail-Nutzer sind dazu verpflichtet, ihre Emails regelmäßig abzurufen und zu lesen. Das ergibt sich schon alleine daraus, dass E-Mails grundsätzlich als zugestellt gelten, sobald sie das Postfach des Adressaten erreichen. Das gilt natürlich auch für unrechtmäßige Forderungen, bei denen beispielsweise das Widerrufrecht verstreicht. Entspannte Urlaube sind mit der De-Mail also passé.

 

Fazit:

Vor allem die fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung macht das gesamte Projekt zu einer Farce. Sie wurde vom Bundesrat und mehreren Sachverständigen eindeutig gefordert. Die Vorstellung, jemand würde ein Einschreiben an einer Stelle kurz öffnen, wiederverschließen und weitersenden, ist eigentlich undenkbar. Mit Einführung der De-Mail hat die Bundesregierung genau dies zum elektronischen Standard gemacht. Befürworter, die der Meinung sind, die neue Mail wäre immerhin sicherer als die alte Verfahrensweise und auf Standard-Nutzer ausgelegt, bedenken diesen Fakt nicht.