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Whatsapp-Übernahme möglicherweise illegal und neue Pläne des Unternehmens

Seitdem Facebook den Messenger Whatsapp übernommen hat, laufen US-Verbraucherschützer Sturm. Nun haben das Electronic Privacy Information Center (EPIC) und das Center for Digital Democracy (CDD) eine Beschwerde der Federal Trade Commision (FTC) eingereicht, die die Übernahme kippen könnte.

Datenschützer sehen sich vor allem deswegen im Recht, weil Whatsapp sich von vorneherein als Dienst dargestellt hat, dem Datenschutz wichtig ist. Bislang versprach das Unternehmen, die Daten seiner Nutzer nicht zu sammeln. Facebook ist genau für das Gegenteil berühmt-berüchtigt: Seine User „bezahlen“ den kostenlosen Dienst damit, dass das Unternehmen Daten über sie sammelt und zumindest versucht, passende Werbung einzublenden. Whatsapp finanziert sich hingegen durch eine Jahresgebühr von 89 Cent. Die FTC soll jetzt prüfen, ob Facebook bereits Zugang zu den Whatsapp-Daten besitzt und ob zukünftige Änderungen einen Verstoß gegen die Datenschutzerklärung von Whatsapp bedeuten könnten. Bis dahin fordern die Datenschutzorganisationen einen Stopp der Übernahme.

Währenddessen plant Whatsapp anscheinend ein deutsches Mobilfunkangebot, das Prepaid als Bezahlungsmodell vorsieht. Die Besonderheit: Sämtliche über Whatsapp anfallende Datenverbindungen sollen kostenlos sein, auch wenn sich kein Guthaben mehr auf der Karte befindet. Bislang ist jedoch lediglich die Partnerschaft mit E-Plus offiziell, ein solches Geschäftsmodell scheint jedoch durchaus sinnvoll zu sein.

Noch reizvoller könnte dieses Angebot werden, wenn Whatsapp tatsächlich die geplante Sprachfunktion implementiert. CEO Jan Koum will den Sprachdienst bereits bis zum Sommer für alle Betriebssystem umsetzen. Zuerst soll die neue Funktion für iOS und Android erhältlich sein. Die Planung sieht für diese Betriebssysteme einen Start im zweiten Quartal 2014 vor.
Whatsapp arbeitet für sein Mobilfunkangebot mit E-Plus zusammen und will im April sein Preismodell vorstellen. Der Starttermin steht anscheinend bereits fest, ist derzeit jedoch noch nicht offiziell verkündet worden. Die Zusammenarbeit mit dem deutschen Mobilfunkanbieter soll nicht die Einzige bleiben. Koum plant auch weitere Kooperationen und will sich anscheinend langfristig global als virtueller Netzbetreiber etablieren.