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Project Ara und Phonebloks: Smartphones bald konfigurierbar?

Dave Hakkens ist niederländischer Designer und interessiert sich offenbar für ökologische Themen: Er entwickelte unter anderem eine mit Windkraft betriebene Ölpresse und einfache Maschinen, die dafür sorgen könnten, dass mehr Plastik recycelt werden kann (ausgezeichnet mit dem social design award Eindhoven). Kein Wunder, dass es ihn störte, dass Handys unbrauchbar werden, sobald einzelne Teile wie der Akku defekt sind.

Einfach und doch genial

Um dieses Problem in Zukunft zu umgehen, entwickelte er Phonebloks: Smartphones werden nach der Idee individuell vom Nutzer konfiguriert. Die einzelnen Einheiten stehen als Blöcke zur Auswahl und können frei zusammengesteckt werden. Ist die Technik veraltet oder defekt reicht ein Austausch des betreffenden Elements aus. Das Smartphone ist weiter nutzbar. Auf diese Weise werden nicht nur Ressourcen geschont und Abfall vermieden, Kunden können dabei viel Geld sparen. Letztlich soll das Ziel sein, dass die verschiedenen Smartphone-Hersteller Elemente produzieren, die dann vom Kunden frei ausgewählt werden können. Die Idee stieß im Internet auf großen Zuspruch. Hakkens nutze Thunderclap, eine Plattform, die dabei hilft, virale Inhalte zu verbreiten. Sie ist dabei explizit nicht für Werbekampagnen geeignet, sondern unterstütze Aktionen sollen einen für die Gesellschaft wertvollen Inhalt besitzen. Das ursprüngliche Ziel der Unterstützer war 500, letztendlich erreichte das Projekt knapp 980.000 Supporter.

Motorola und Hakkens

Dadurch den großen Zuspruch im Web war auch Handy-Hersteller Motorola (Google) auf die Kampagne aufmerksam geworden. Sie lud Hakkens zu sich ein, machte ihm ein Jobangebot und präsentierte ein ähnliches Projekt, an dem das Unternehmen bereits seit einem Jahr feilt. „Project Ara“ ist der Arbeitstitel. Wie die Idee technisch umgesetzt werden kann, wissen weder Motorola noch Hakkens bislang. In jedem Fall ist damit zu rechnen, dass die Smartphones dicker und größer werden, wenn sie aus Blocks hergestellt werden. Auch wenn Hakkens sich gegen das Jobangebot entschieden hat, haben sich Motorola und Phonebloks auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Hakkens hofft dadurch, Motorolas Projekt Ara mithilfe der Community positiv beeinflussen zu können. Geld bekommt er dafür nicht.